Die Flitzer der Karibischen See
Samstag nachmittags segelten alle Yachten mit Raumschotkurs so schnell jede konnte. Unser Konkurrent mit demselben Rating setzte anstelle des Vorsegels einen Gennaker, und zog davon. Nach dem Ende der Abdeckung durch St. Lucia wurden Wind und Wellen etwas stärker. Dadurch bekamen einige Yachten Probleme: eine Yacht zerstörte ihren Spinnaker und unser Konkurrent holte schnell den Gennaker wieder ein. Wir jedoch baumten die Genua aus, und setzten zusätzlich den Solent hinter dem Großsegel, sodaß wir wie ein Schmetterling fast vor dem Wind Fahrt aufnahmen.

Den ganzen Sonntag fuhren wir rechts außen am Feld der anderen Yachten entlang und freuten uns über den 6. Platz, den wir durch die tägliche Mitteilung der Rennleitung erfuhren. Die Segelstellung blieb auch den ganzen Montag unverändert, ebenso das Wetter. Siehe da, wir waren bereits an 2. Stelle, und hatten die weitaus größte Geschwindigkeit aller Yachten während der letzten 24 Stunden seit Sonntag mittag aufzuweisen (VMG24 = 8,3 kn gegenüber 7,8 kn der führenden Yacht).Der Vorsprung des Führenden war von 15 auf 5 Semmeilen geschmolzen. Der Montag ist auch deswegen erinnerungswürdig, da wir mit 203 Seemeilen Tageswegstrecke einen absoluten Rekord für die Adrienne aufgestellt haben. Dadurch wurde der alte Rekord während der 1. Atlantiküberquerung der Adrienne – ebenfalls mit Fritz und Peter an Bord – übertroffen.

Yachten waren keine mehr in Sicht, dafür überholten wir in der Nacht auf Dienstag in nur 100m Abstand einen auf unserem Kurs dahinschleichenden Tanker bei der Insel Curacao. Diese funkte uns an, da er in Richtung der Insel abdrehten wollte. Der Wind war etwas stärker geworden, sodaß wir das Großsegel refften, und mit 9 – 10 kn Geschwindigkeit dahinflitzten. Am Morgen des Dienstag sichteten wir dann bei Tagesanbruch die führende Yacht.

eure Adrienne Crew