{"id":2404,"date":"2023-12-09T11:50:34","date_gmt":"2023-12-09T10:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.adrienne.at\/?p=2404"},"modified":"2023-12-09T11:50:35","modified_gmt":"2023-12-09T10:50:35","slug":"nur-noch-12-stunden-nun-aber-im-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adrienne.at\/?p=2404","title":{"rendered":"nur noch 12 Stunden&#8230;. nun aber im Ziel"},"content":{"rendered":"\n<p>Blog vom 7. und 8.12.2023<br><br>Geschrieben von Steffi und Bernd<br><br>Die Hundewache zwischen \u00a00100 und 0400 Uhr ist eigentlich eine sehr sch\u00f6ne. Absolute Ruhe im Schiff, Sternenhimmel und Meeresleuchten, Rauschen der Wellen, Gedanken schweifen und die Seele baumeln lassen\u2026 eigentlich.<br>So stellt man sich die Nachtschicht vor. W\u00e4hrend der Reise erlebten wir es genau so wie oben beschrieben. Und tats\u00e4chlich begann die Arbeitszeit so. In dieser Nacht jedoch war es etwas anders. Der Mond versteckte sich hinter einigen Wolken, denen wir schon bald beim Verzehr einer T\u00fcte Goldb\u00e4rchen unsere Aufmerksamkeit schenkten.<br>Eine kleine, schwarze Wolke, recht unscheinbar anfangs, entwickelte sich in atemberaubender Geschwindigkeit zu einer betr\u00e4chtlichen Wand. Diese Wand teilte sich erfreulicherweise und der bef\u00fcrchtete Squall zog an uns vorbei, dachten wir. Schlagartig wurde es kohlrabenschwarz, kein Stern, kein Mond, einfach nur dunkel. Steffi meinte bei dem einsetzenden leichten Regen nur mal kurz ihre Jacke \u00fcberziehen zu wollen. Als sie wieder im Cockpit erschien, war Bernd schon einmal frisch gewaschen. Wir rollten blitzschnell die Genua deutlich weg und das Schiff lief unbeirrt ruhig durch das Meer. Es sch\u00fcttete derart, dass auch unter Deck einige Sportkameraden wach wurden. Bademeister Werner erkl\u00e4rte, alle Oberlichter und Seitenfenster geschlossen zu haben. Thorsten und Mark krabbelten fr\u00fchzeitig aus den Kojen, beobachteten mit uns das Wetter, hatten Mitleid mit uns und schickten uns fr\u00fcher in den Feierabend. Mittlerweile war auch Steffi trotz \u00d6ljacke komplett durchn\u00e4sst. Die nas<br>se W\u00e4sche zierte dann tags\u00fcber gr\u00f6\u00dfere Teile der Reling.\u00a0<br>Ansonsten rauschten wir sehr z\u00fcgig unserem Ziel entgegen. Da das Seegras deutlich abgenommen hatte, wurde die Angel mit dem K\u00f6der namens Steffi noch einmal ausgeworfen, allerdings ohne messbaren Erfolg.<br>Tags\u00fcber begegneten uns die ersten T\u00f6lpel, drei begleiteten uns eine Zeit lang.<br>Die Nacht zum heutigen Tag war auch wieder nicht so, wie wir uns f\u00fcr die letzten Wachen gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Unsere Vorwache begr\u00fc\u00dfte uns mit den frohen Worten: Wir haben mal die Genua weggerollt, da kommt eine gro\u00dfe schwarze Wolke und vor uns ist das Licht eines Seglers, das gerade \u00fcber der Kimm erschienen ist.<br>Nicht schon wieder!<br>Doch der Reihe nach: Das Licht des vermeintlichen Seglers in der vermeintlichen Kimm entpuppte sich sehr schnell als die Kennung einer ODAS-Tonne, die mitten im Atlantik Wetterdaten sammelt und durch eine kleine Kurs\u00e4nderung schnell querab und achteraus lag.<br>Nun schlugen die Wetterg\u00f6tter zu. \u00a0Da wir aber lernf\u00e4hig sind, waren wir ger\u00fcstet, hatten \u00d6lzeug angezogen. Was folgte, war jedoch kein Starkwindgebiet, vielmehr Winddrehungen um bis zu 90 Grad, so dass wir nach l\u00e4ngerer Beobachtung entschieden, die Schiffsf\u00fchrung aus den Kojen zu holen. Die n\u00e4chsten zwei Stunden verbrachten wir gemeinsam mit Thomas und Tanja mit verschiedenen Segelman\u00f6vern, Wende, Halse, Segel bergen, Segel setzen, Schoten fieren, dichtholen, Bullenstander umsetzen\u2026 Unterbrochen wurden unsere Arbeiten durch starke Regenschauer. Um sieben Uhr morgens war der n\u00e4chtliche Spuk vorbei und wir freuten uns, trocken in die Kojen zu fallen.<br><br>Ein weiterer Trugschluss, denn in dieser Nacht feierte die Einf\u00fchrung des Wasserbetts auf der Adrienne Premiere. Steffis f\u00fcrsorglicher Kabinengenosse hatte, um ausreichende Frischluftzufuhr besorgt, mal kurz das Seitenfenster offen gelassen. Sein Bett blieb komplett trocken\u2026 Zu seiner Ehrenrettung sei jedoch erw\u00e4hnt, dass er Steffi doch glatt den Kopfkissentausch anbot.<br>Was heute sonst so passierte: Peter vollendete seine \u00fcber 1000seitige Reiselekt\u00fcre, Werner resetete mal kurz sein Handy (der Arme), Gespr\u00e4che \u00fcber bevorstehende Alkoholexzesse und zwischendurch immer mal wieder kleine Reff\u00fcbungen wegen un\u00fcbersichtlicher Wetterlage. Die Phantasie der Crew schl\u00e4gt Purzelb\u00e4ume in Anbetracht der nur noch weniger als 100 Seemeilen entfernten Ziellinie. Peter schrieb sich bereits f\u00fcr den Wettbewerb im 100m-Dauerduschen ein, Steffi trinkt in Gedanken bereits ein eisgek\u00fchltes Carib (Bier), Bernd tr\u00e4umt vom Barbershop, Thorsten von gigabytestarken Datenpaketen, Mark plant den Coup, schnellstm\u00f6glich WLan-Verbindungen zu entdecken und entern. Bei Werner wissen wir es nicht genau, aber wir denken, dass er davon tr\u00e4umt, mal eine Nacht sich wieder richtig in seinem Bett bewegen zu k\u00f6nnen, ohne ins Leesegel zu rollen. So h\u00e4ngt jeder irgendwie seinen Gedanken nach.\u00a0<br>Abschliessend nur ein kleiner Hinweis. Morgen wird vermutlich kein Betrag entstehen, da wir unseren Erfolg feiern wollen.<br>\u00dcbermorgen, wenn sich die Kopfschmerzen gelegt haben, werden wir sicher auch \u00fcber den Zieleinlauf berichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1985\" height=\"1117\" src=\"https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/C2E82771-E277-449A-B017-2425E17F4E6F.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2403\" srcset=\"https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/C2E82771-E277-449A-B017-2425E17F4E6F.jpeg 1985w, https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/C2E82771-E277-449A-B017-2425E17F4E6F-1280x720.jpeg 1280w, https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/C2E82771-E277-449A-B017-2425E17F4E6F-980x551.jpeg 980w, https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/C2E82771-E277-449A-B017-2425E17F4E6F-480x270.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1985px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"282\" src=\"https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_6689.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-859\" style=\"aspect-ratio:1.7730496453900708;width:822px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_6689.jpg 500w, https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/IMG_6689-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blog vom 7. und 8.12.2023 Geschrieben von Steffi und Bernd Die Hundewache zwischen \u00a00100 und 0400 Uhr ist eigentlich eine sehr sch\u00f6ne. 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