{"id":802,"date":"2019-12-05T14:09:03","date_gmt":"2019-12-05T13:09:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.adrienne.at\/?p=802"},"modified":"2019-12-05T14:09:04","modified_gmt":"2019-12-05T13:09:04","slug":"schlafen-in-der-achterbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.adrienne.at\/?p=802","title":{"rendered":"schlafen in der Achterbahn&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Montag, 02.12.2019<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Nachtfahrt lassen wir den Autopiloten aus und steuern von Hand. Wir haben etwas mehr Welle und fahren einen Halbwindkurs. Das Steuern im Dunkeln will gelernt sein. Als Orientierung hat man nur den Kompasskurs. Das Anluven und Abfallen, wenn die Welle kommt muss man im Gef\u00fchl haben. Nach einer Weile klappt es ganz gut. Wir wechseln uns alle halbe Stunde am Ruder ab. Die Zeit w\u00e4hrend der Wache vergeht jedenfalls schneller, als wenn der Autopilot das Steuern \u00fcbernimmt. Es wird immer sp\u00e4ter hell, je mehr wir uns dem \u00c4quator n\u00e4hern. Die Sonne geht erst um 0800 auf. Der neue Tag beginnt. Wir widmen uns weiter dem Koppeln unserers Kurses und versuchen immer noch (leidlich gut) mit dem Sechstanten die Sonne einzufangen und den Winkel zu messen. Au\u00dferdem steht M\u00fcllkomprimierung an. Die leeren Dosen werden zwischen zwei zusammengebundenen Brettern mit dem Fu\u00df so klein wie m\u00f6glich zerquetscht. Wir werfen nur biologische Abf\u00e4lle und Papier \u00fcber Bord. Der Rest wird vorne im Ankerkasten verstaut. Aber wenn die Sachen mit F\u00fcllung auf dem Boot Platz hatten, m\u00fcssen sie ja auch leer ihr Pl\u00e4tzchen finden. Am Nachmittag beisst etwas Gro\u00dfes an unserer Angel an. Wir schaffen es jedoch nicht schnell genug, Fahrt aus dem Boot zu nehmen. Der Widerstand wird zu gro\u00df, die Schnur rei\u00dft. Schade! Gegen sp\u00e4ten Nachmittag ziehen Wolken auf, die See wird unruhiger, die Wellen h\u00f6her. Thomas beruhigt uns &#8222;nicht so schlimm&#8220;. Kurz vor Beginn der Dunkelheit reffen wir das Gro\u00dfsegel ins 1. Reff. Das Boot liegt sofort ruhiger, wir machen aber immer noch zwisschen 8 und 9 Knoten Fahrt. Der Wind nimmt weiter zu. Bei 35 Knoten Wind setzen wir dann f\u00fcr das Abendessen das 2. Reff im Gro\u00df und verkleinern die Genua. Tanja hat zwischenzeitlich unten im Schiff bei der ganzen Schaukellei in aller Seelenruhe ein leckeres Chilli con Cane gekocht. Gegen Umkippen hat sie zwischen Sp\u00fcle und K\u00fchlschrank einen Spanngurt aufgeh\u00e4ngt, an den sie sich beim Kochen anlehnen kann. F\u00fcr Weltumsegler ist das Alttag.<br> Die Nacht wird rauh. Wir haben Boen bis 40 Knoten. Die Wellen treffen von steuerbord achtern auf das Boot und heben es hoch. Sebastian und Stefan haben die erste Nachtwache von 2300 bis 0300. Sie steuern von Hand und halten wacker durch. Um 0300 starten wir dann den Motor im Leerlauf, damit der Autopilot gen\u00fcgend Strom hat und schalten ihn ein. Unten in den Kojen f\u00fchlt man sich wie auf der Kirmes in einer Achterbahn, die im Dunkeln f\u00e4hrt. Es ist schwierig eine geeignete Schlafposition zu finden. Im Schiff knarzt und rumpelt es. Irgendwann siegt aber dann die M\u00fcdigkeit. Als Sebastian von der Nachtwache zur\u00fcck in die Steuerbord achtern Kabine kommt, bittet ihn der glutenfreie Thomas, doch mal kurz die Luke auf zu machen, um etwas frische Luft herein zu lassen. Just in dem Moment kommt die einzige Welle, die in der Nacht \u00fcber das Boot schl\u00e4gt. Die beiden bekommen eine herrliche Dusche aus warmen Meerwasser. Soll man Au\u00dfenluken bei hohem Seegang \u00f6ffnen? NEIN. Die Nacht neigt sich dem Ende entgegen. Wir fahren in den Dienstag Morgen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.adrienne.at\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/DSCF0386-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-314\"\/><figcaption>es geht voran&#8230;..<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 02.12.2019 W\u00e4hrend der Nachtfahrt lassen wir den Autopiloten aus und steuern von Hand. Wir haben etwas mehr Welle und fahren einen Halbwindkurs. Das Steuern im Dunkeln will gelernt sein. Als Orientierung hat man nur den Kompasskurs. Das Anluven und Abfallen, wenn die Welle kommt muss man im Gef\u00fchl haben. 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